Frauen treten für ihre Rechte ein
Als Ost- und Westfrauen nach dem Fall der Mauer aufeinander trafen, waren sie in vielen Bereichen verschieden. Dennoch trieb sie etwa im Sommer 1990 der Protest gegen den § 218 gemeinsam auf die Straße: Die bundesdeutsche Regelung, die Schwangerschaftsabbrüche unter Strafe stellte und nur unter bestimmten Voraussetzungen erlaubte, sollte auf alle Bundesländer des wiedervereinigten Deutschland übertragen werden. In der DDR konnten Frauen innerhalb von zwölf Wochen nach Beginn der Schwangerschaft eigenverantwortlich über einen Abbruch entscheiden.
Grund zu feiern
Seitdem wurde viel erreicht. Der Feminismus hat die Gesellschaft verändert: Die Erwerbstätigkeit der Frauen ist gestiegen, die Angebote der Kinderbetreuung wurden insbesondere in den alten Bundesländern ausgebaut, erste Paritätsgesetze gibt es in Brandenburg und Thüringen. Deshalb lädt die Kampagne des Digitalen Deutschen Frauenarchivs auch zum Feiern ein.
Das Digitale Deutsche Frauenarchiv
Seit Januar 2020 wird das DDF als Institution langfristig ausgebaut und mit 1,85 Millionen Euro vom Bundesfrauenministerium gefördert. Träger ist der i.d.a., Dachverband der Lesben- und Frauenarchive, -bibliotheken und -dokumentationsstellen aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, Luxemburg und Italien. Über den DDF-Projektfonds erhalten i.d.a.-Einrichtungen eine Förderung zur Digitalisierung analoger Bestände, die im Deutschen Digitalen Frauenarchiv präsentiert werden. Die Berliner DDF-Geschäftsstelle verantwortet die Umsetzung technisch wie wissenschaftlich. Im September 2018 ging das Digitale Deutsche Frauenarchiv online und ermöglicht Einblicke in die Bestände der i.d.a.-Einrichtungen.